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Mich interessiert das Medium der Leinwand als solches, welche Bedeutung es kulturhistorisch erlangt hat und wie es sich wandelt. In der Arbeit [‘ia:’a:] sind verschiedene Ideen eingebettet, die sich zu einem Werk verwoben haben. Die fortlaufende Serie an Leinwänden, entstand aus der Transformation eines Satzes. Zunächst als Titel eines Künstlerbuches, wurde er zu einer Malerei, die bewusst die Tradition eines vorwiegend männlichen Malergestus verwendet. Die zweite Leinwand handelt von dem Phänomen, der Bezeichnung von starken Frauen in Film und Literatur, die eine besondere Erscheinung unserer Zeit ist. Denn wenn Frauen das tun, was Männer immer tun, werden sie gerne als „starke Frauen“ bezeichnet. Auf dieser zweiten Leinwand streiche ich diesen Satz ebenfalls durch und weise so auf die fälschlich verwendete Formulierung hin. Die dritte Leinwand ist die Befreiung von den vermeintlich falsch formulierten Sätzen. Die Leinwände existierten in dem darauf folgenden Schritt jedoch nun nur noch als Requisite oder Modell für eine Fotografie. Abgestellt oder bewusst arrangiert sind diese nun Teil der Vermarktung und Inszenierung der Künstlerin. Das eigentliche Werk ist nicht mehr von Bedeutung eine gute Dokumentation ist das einzige, was zählt. Die Künstlerin wird ihre eigene Louis Lawler.


Teil 1 – 3, fortlaufende Serie
Inkjet-Print, 90 x 135 cm
seit 2018

Foto: Nora Manthei
Teil 2 der fortlaufenden Serie, Inkjet-Print, Magneten, Leuchtstoffröhren, 110 x 160 cm
Ausstellung: ‚Overwhelmed incorporeal happiness‘ Pilotenküche, Leipzig
2019
Foto: Nora Manthei